An der Grenze...

An der Grenze…

An der Grenze die schlimmste Mückenplage die ich je erlebt habe. Dazu muss man jedoch sagen, dass ich auch nie eine Mückenplage erlebt habe. Auf alle Fälle ist es dramatisch, diese Sch….mücken krabbeln überall hin – in die Ohren, Nasen, Mund Augen – es ist wirklich schlimm.  

Gott sei Dank stechen sie nicht auch noch. Das einzige Gegenmittel ist ein Turban oder ein Moskitonetz über Kopf und Hals – ein solches haben übrigens die Grenzbeamten. Niemals zuvor habe ich einen Grenzbeamten mehr um seinen Job beneidet!  Wir stellen uns neben den LKW’s an und werden prompt vom Grenzbeamten mit den Worten: „all car’s behind“ an das Ende der Schlange geschickt. Hier stehen LKW’s und PKW’s in einer Reihe und wir befürchten wieder eine neue Bestzeit für den Grenzübertritt.

Mücken am Fenster

Mücken auf der Windschutzscheibe

Wegen der extremen Mücken geht die Abfertigung aber sehr rasch vonstatten. Niemand will sich länger als unbedingt notwendig im Freien aufhalten. Auf russischer Seite werden wir nochmals aufgehalten und der Zöllner steckt den Kopf (incl. 100.000er Mücken) durch das Seitenfenster ins Wageninnere – na super!!! Ich bin so ärgerlich und abgelenkt, dass ich am Straßenrand ohne es zu merken über ein Nagelbrett(!) fahre. Das einzige was passiert, dass ich die herausstehenden Nägel verbiege aber keinerlei Schaden an den Reifen (BF Goodrich Mud Terrain!!) davontrage.

So was hat der Zöllner auch noch nie gesehen und er winkt uns kopfschüttelnd weiter. Wir fahren bis spät in die Nacht und hoffen, dass die Mücken mit Einbruch der Dunkelheit verschwinden… Leider nein. Überall wo wir stehen bleiben sind wir in Sekundenschnelle von Millionen dieser Plagegeister umzingelt und die Windschutzscheibe ist fast undurchsichtig….  Einmal versuche ich mit einem stark qualmenden Feuer diese Plage zu vertreiben – aber nichts nützt. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns damit abzufinden. Wir verbringen den Abend gemeinsam mit Walter und Sophie in deren Auto (wegen der Klimaanlage) und genießen einige Biere.

Am nächsten Morgen werde ich bei Sonnenaufgang durch ein durchdringendes Summen geweckt – es sind Milliarden von Mücken – so viele, dass das Moskitonetz am Zelt undurchsichtig ist. Wie wir heute aufstehen, frühstücken und Zelt abbauen sollen ist uns ein Rätsel. Irgendwann ist alles egal und wir verzichten auf das Frühstück, bauen in neuer Rekordzeit das Zelt ab, und brechen auf Richtung WOLGOGRAD. Am Stadtrand wartet unser Guide Wasily. Vorher bezahlen wir nochmals „Deppensteuer“ (100€) – wir haben keine Ahnung wofür und nach der üblichen Diskussion dürfen wir weiterfahren.

Wir überqueren die Wolga auf der „tanzenden Brücke“ (Video unten – sehenswert!) und checken im vorreservierten 3*Hotel ein. Beim Duschen sehen wir hunderte der Mücken von heute morgen wieder…. Ein gutes Abendessen mit „Borschtsch“ (russischen Nationalspeise -Eintopf mit roter Beete) und eine Zigarre lassen die Mücken fast vergessen.


Einmalig – Tanzende Brücke über der Wolga in Russland