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18. Juli - 25. Juli 2008
6. Woche - Mongolei

Schotterpisten soweit das Auge reicht

mongolische Jugendliche

Mongole mit 1 PS

domestizierte Yaks

Hannes mit neuer Kühlerfigur

überregionales Jurten TV

das Zelt von innen

traumhafte Landschaft

2 baktirische Kamele

...gleich eine ganze Herde

Pool Billard in der Steppe

...auf dem Weg nach Ulan-Bator
Die erfreulichste Nachricht zuerst!!!
Sensationelle Wende:
China erteilt die Einreiseerlaubnis für unsere Autos!
Im letzten Augenblick haben wir doch noch eine Bewilligung bekommen, mit den eigenen Autos in China einzureisen. Unser Team wird am 1. August in Erenhot die Grenze nach China passieren. Dort erhalten unsere Fahrzeuge nach einem Check (hoffentlich) chinesische Nummerntafeln und provisorische, chinesische Führerscheine werden ausgestellt. Die Fahrt geht dann über ca. 830 km bis nach Tianjin. Dort werden die Autos in Container für den Rücktransport nach Europa verladen und wir werden mit einem Minibus nach Peking ins Hotel gebracht. Unser Ziel, am 6.8.2008 die Österreichische Olympiafahne in Peking zu überreichen ist nun doch ein ganzes Stück näher gerückt..
...und hier der Reisebericht vom 18. - 25. Juli 2008:
Am Freitag den 18. Juli geht’s durch das Altai-Gebirge Richtung Ulan-Bator. Laut Karte sollte hier die Hauptverkehrsroute verlaufen – in Wirklichkeit fahren wir auf einer schweren Schotterpiste mit Wellblechmuster, die die Fahrzeuge bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit beansprucht. Wir überqueren einen 3060 m hohen Pass und sehen kein einziges Fahrzeug auf der Strecke. Auf Grund der Spuren die wir finden, ist hier schon wochenlang kein Fahrzeug mehr durchgekommen – aber dafür ist es traumhaft schön!
Hurra!!!! Am Abend erfahren wir über Satellitentelefon, dass wir mit den eigenen Fahrzeugen nach China einreisen dürfen! Die Stimmung ist natürlich sehr ausgelassen – wir köpfen einige Flaschen Bier und rauchen zur Feier des Tages die ersten „Fat-Ladies“ die uns Karl Dornetzhuber spendiert hat. Bei unserem Freudenfest sind auch einige Millionen Gelsen anwesend, die fleißig „mitfeiern“ - schließlich treiben uns die Blutsauger in die Zelte.
Nächsten Tag hat uns der Pannenteufel fest im Griff. Bei Walter bricht zuerst der Verschluss des Ausstelldaches, bald danach die Aufhängung des rechten hinteren Stoßdämpfers. Hannes hat Glück: die Befestigung der Hinterachse hat sich gelockert. Wäre Lukas das nicht zufällig aufgefallen, hätte sich morgen die Hinterachse vollständig verabschiedet. Am Abend werden alle Autos überprüft und repariert.
Das Fahren auf den holprigen Pisten ist sehr anstrengend. Als Fahrer bekommt man während der Fahrt kaum etwas mit von der wunderbaren Landschaft, da man ständig hochkonzentriert damit beschäftigt ist, all die Schlaglöcher ausfindig zu machen. Unsere durchschnittliche Tagesleistung liegt bei ca. 250 km – mehr ist bei diesen Verhältnissen fast nicht zu schaffen. Noch sind es 1300 km bis Ulan-Bator…
Sonntag der 20. Juli beginnt wieder mit Morgensport. Lukas hat nach nur 5 Kilometern rechts hinten einen Reifenschaden und wechselt zum Aufwärmen. Dann: Piste, Piste, Piste…
In der Stadt Altai suchen wir eine Werkstätte und Walter lässt seine Aufhängung schweißen. Heute wollten wir 200 km schaffen – es werden fast 300 – ein guter Tag geht mit einem gemütlichen Lagerfeuer - ausnahmsweise ohne Gelsen - zu Ende.
Montag geht’s weiter auf guten Pisten, schlechten Pisten, guten Pisten, schlechten Pisten usw… Mehr als 250 km haben wir geschafft. Als wir abends an einem Brunnen lagern, besucht uns ein Mongole und wir laden ihn auf ein Bier und auf Marlboro ein. Wir reden mit Händen und Füßen und es ist gemütlich.
In der Nacht auf Dienstag gibt’s Gewitter und Sturm und am Tag dann wieder Piste, Piste, Piste... Nach ca. 180 km beginnt eine Asphaltstraße, die aber in einem so schlechten Zustand ist, dass wir lieber auf der Piste weiterfahren!
Heuer ist ein ausgesprochen trockener und damit untypischer Sommer in der Mongolei. Wir sehen auf der Strecke sehr viele eingetrocknete Schlammlöcher, die bei Regen ein Weiterkommen fast unmöglich machen – wir sind froh, dass es trocken bleibt!
Während der folgenden Nacht gibt es wieder Gewitter und Sturm. In der Nähe unseres Lagerplatzes ist ein Adlerhorst und Gerhard macht sich noch vor Sonnenaufgang auf den Weg zum Filmen.
Auf der heutigen Route folgt nach einigen Asphaltkilometern wieder Piste bis Ulan-Bator. Bei Walter sind mittlerweile die vorderen Stoßdämpfer völlig kaputt und müssen getauscht werden. Das Beste vom Tag ist die abendliche Dusche im Hotel nach mehr als 14 Tagen. Gut dass wir in Ulan-Bator sind!
Donnerstag der 24. Juli wird zum Ruhetag. Das tut richtig gut. Walter repariert seine Stoßdämpfer und nachmittags brechen wir zu einem Stadtbummel in die City auf. Am Abend treffen wir in einem Irish Pub auch die Engländer wieder und tauschen unsere Reiseerfahrungen aus.
Freitag in Ulan-Bator: Vormittag Stadtrundfahrt und danach Besuch im Cafe Sacher (!) – guter Kaffee, eine Schwarzwälder-Kirschtorte, Topfenstrudel, Apfelstrudel und Biskuitroulade lassen uns die Strapazen der letzten 1800 km Offroad vergessen.
Jetzt liegt noch die Durchquerung der Wüste Gobi mit ca. 1200 km vor uns. Das Ziel Peking ist aber in greifbarer Nähe!
Wir fahren Samstag früh los und werden uns wieder aus der Gobi via Satellit melden. Im Namen des Teams viele Grüße aus Ulan-Bator von Harry Auzinger, Freitag 25. Juli 2008
