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4. Juli - 17. Juli 2008
4. und 5. Woche - Usbekistan, Kirgistan, Kasachstan, Russland, Mongolei

Taschkent in Usbekistan

Am Basar in Taschkent

Kornspitz in Taschkent

Imker im Ferghana Tal

In den Ausläufern des Pamirs

Gerhard ist durstig

Nomade am Ala-Bel Pass

Werkstatt in Ayaguz, Kasachstan

Lager in Südsibirien

Grenzgebiet zur Mongolei

Mongolei, Altai Gebirge

Mongolei, Altai Gebirge

...auf mongolischen Schotterpisten

...auch andere haben Pannen
Am Freitag den 4. Juli fahren wir nach Taschkent. Am Abend geht’s nach einem Spaziergang in der Innenstadt noch in einen Biergarten(!) Nächsten Vormittag brechen wir zur Stadtrundfahrt mit Bus und Metro auf. In Taschkent gibt es die einzige U-Bahn Zentralasiens – sehr schön und ähnlich wie in Moskau. Wir besichtigen noch das Timur-Denkmal und den Bazar.
Um 12:00 Uhr bereitet uns „Eurosnab“, der usbekische Partner unseres Sponsors „Kornspitz“ einen tollen Empfang mit Presse, Radio, TV und jeder Menge Leute. Sie haben für uns wirklich ein tolles Programm organisiert - mit anschließender Führung im usbekischen Nationalmuseum, danach noch Einladung zum Essen und Gastgeschenke. Die Gastfreundschaft der Usbeken ist sensationell und Usbekistan ist sicher eine Reise wert!
Sonntag 6. Juli 2008 - Wir haben noch immer keine Genehmigung für die Einreise nach China. Harry telefoniert und versucht „Plan B“ zu organisieren: Route über die Mongolei - ab Ulan-Bator fahren wir mit dem Zug nach Peking und die Autos werden dort in Container verladen. Telefonisch ist so eine Organisation natürlich etwas problematisch. Außerdem plagen Harry seit 3 Tagen Zahnschmerzen.
Heute fahren wir bei Temperaturen über 40°C ins wunderschöne Ferghana Tal mit einem Pass über 2150 m Seehöhe. Viele Reisfelder säumen den Weg. Die Passhöhe ist heute noch schwer bewacht vom Militär, seit vor einigen Jahren hier ein Aufstand der Moslems blutig niedergeschlagen wurde. Wir machen Pause an der Passstraße, Autos bleiben stehen, die Leute schenken uns Honigmelonen, am Straßenrand winken und rufen sie uns zu – irgendwie hat man das Gefühl, die haben nur auf uns gewartet… Die Menschen in Usbekistan sind ausgesprochen freundlich und laden uns auch zu sich nach Hause ein. Leider müssen wir aus Zeitgründen ablehnen, besonders jetzt, wo wir doch den Umweg über die Mongolei machen müssen.
Montag überqueren wir die Grenze nach Kirgisien (auch Kirgistan oder Kirgisistan). In Erwartung des nächsten Stempelmarathons an der Grenze sind wir sehr überrascht, dass wir nach nur 1(!) Stunde und 1(!) Stempel für acht Personen in Kirgisien sind. Wir schlagen ein tolles Lager am Stausee in der Nähe von Dschalal-Abad auf.
Dienstag 8. Juli: „Verdammt und zugenäht - meine Lichtmaschine hat den Geist aufgegeben!“, flucht Harry zur frühen Morgenstund’ und als Morgensport wechseln Walter und Harry diese gleich aus. Nun geht es Richtung Bishkek durch traumhaft schöne und teilweise bizarre Felslandschaft zum Toktogul-Stausee, wo wir direkt am Ufer unser Lager aufschlagen. Heute steht Wäschewaschen, Autos überprüfen und Baden gehen am Programm. Nächsten Tag fahren wir durch wilde Gebirgslandschaft - die Ausläufer des Pamir’s - mit 2 Pässen über 3100 m und 2600 m Richtung Issyk-Kul See. Schlechte Straßenverhältnisse mit ca. 150 km Piste beanspruchen das Material und natürlich auch uns. Wir treffen zwei Fußgänger aus Belgien, die zum Issyk-Kul See gehen und zwei deutsche Pensionisten mit einem alten Toyota, die schon seit Mai auf der gleichen Route wie wir unterwegs sind.
Auch die ersten Jurten stehen neben der Straße und wieder sind alle sehr freundlich und winken uns zu. Am Abend übernachten wir direkt am Issyk-Kul See, einem der zehn tiefsten Seen unserer Erde und dem zweithöchsten Bergsee nach dem Titicacasee in Peru. Milliarden Gelsen und ein Gewitter treiben uns allerdings bald in die Zelte.
Donnerstag den 10. Juli gibt es wieder Morgensport: Reifenschaden bei Walter. Vom Horizont scheinen im frühen Sonnenlicht die Gipfel des Pamirs herüber. Die meisten sind weit über 4000 Meter hoch. Von hier aus würden wir Richtung Torugart Pass abbiegen, wenn uns die Chinesen die Einreise mit unseren Fahrzeugen erlaubt hätten. Wir sind ca. 200 km von der chinesischen Grenze entfernt. Das Abendlager schlagen wir in einem Bergdorf auf, dessen Bewohner natürlich geschlossen auf den Beinen sind, um uns zu begrüßen. Am nettesten sind die Lehrerin und ihr Mann der Jäger, die uns für nächsten Tag zum Frühstück einladen. Der Abend ist Spitze – wir radebrechen mit der Lehrerin und ihrem Mann auf Englisch, Deutsch, Kirgisisch, Russisch und noch mehr mit Händen und Füßen – aber alle verstehen alles… ;-) Nächsten Morgen Frühstück bei unseren neuen Freunden. Der Jäger pflanzt auch Christbäume für Wohlhabende aus der Hauptstadt; gleich daneben einen Feld mit Marihuana... who cares?
Am Freitag reisen wir in Kasachstan ein. Die Landschaft erinnert Harry an Arizona, Utah oder New Mexiko, nur das Straßennetz ist in einem erbärmlichen Zustand. Schlaglöcher so groß wie Kinderbadewannen und so viele, dass man es nicht schafft allen auszuweichen. Kein Wunder also, dass Sonntag der 13. unser Pannentag wird. Bei Walter bricht die Aufnahme des Zusatzstoßdämpfers, bei Hannes reißen 2 von 3 Schrauben ebenfalls bei der Stoßdämpferaufnahme und bei Harry bricht gleich die gesamte Aufhängung direkt am Achsrohr! Unser Genie Walter repariert alles mit Bordmittel und Harry fährt ohne Stoßdämpfer ca. 120 km bis zur nächsten Werkstätte, wo die Aufnahme am Achsrohr wieder angeschweißt wird.
Montag kommt dann noch ein Reifenschaden bei Lukas dazu. Mit den reparierten Fahrzeugen fahren wir nun etwas vorsichtiger Richtung russische Grenze. Die Abfertigung dauert endlos lange - 4,5 Stunden – die Russen haben den Bürokratismus erfunden!!! Dafür sind die Straßen nun endlich Straßen und wir genießen die ruhige Fahrt bis zur mongolischen Grenze. Südsibirien ist wunderschön und erinnert an unsere Alpen mit grünen Hochtälern und schneebedeckten Gipfeln über 3000 Meter.
Donnerstag 17. Juli 2008: Gerhard feiert heute seinen 60. Geburtstag! Bei der Einreise in die Mongolei kommen wir leider zur Mittagspause und stehen von 12:00 bis 14:00 Uhr vor einer menschenleeren Grenze. Dann geht’s aber flott weiter und nach einer Stunde sind wir durch. In der Mongolei gibt es keine Straßen und ab der Grenze fahren wir auf den wohlbekannten Schotterpisten. Einmal laut Karte auf der Hauptroute, in Wirklichkeit waren wir aber auf dieser Strecke mit einem Pass von über 2900 Metern heuer sicher eine der ersten Autos. Wir treffen auch Engländer, die für eine Wohltätigkeitsvereinigung Autos nach Ulan-Bator überstellen. Gemeinsam schlagen wir ein Lager auf und quatschen bis spät in die Nacht.
Bis jetzt haben wir noch keine letztgültige Bewilligung zur Einreise nach China. Plan B ist aber fast fertig und wir fahren auf alle Fälle nach Peking - entweder mit den Autos oder mit der transsibirischen Eisenbahn. Die österreichische Fahne werden wir in Peking bei der Eröffnung des Österreichhauses am 6. August abgeben, weil: „geht net – gibt’s net“!!
Im Namen des Teams grüßt Euch aus der Einschicht Harry Auzinger, Mongolei N 49°27’22,0” - E 89°44’34,7”
