...Nach der Pause geht es in Richtung Heimat. Wieder über die zugefrorenen Seen und auf Teilstücken zugefrorener Flüsse. Klingende Namen aus Filmen wie z.B. Half Way Creek, Fishing Lake und Grand Rapid Falls passieren wir.   Die Landschaft bietet nicht sehr viel Abwechslung. Ed fährt ein ganz ordentliches Tempo auf der Winterroad und manchmal klettert die Tachonadel an die 70 Meilen Markierung. Ed fährt hochkonzentriert und ein gewisser Hr. Assinger aus Österreich würde sagen: „Da pfeifen die Komantschen“.

Eine ständige Gefahr sind Schlaglöcher und Felsen, die bei diesem eintönigen Untergrund nur schwer auszumachen sind. Das größte Hindernis sind die Biberdämme auf den Flüssen, die sich quer zur Fahrtrichtung über den Fluss legen. Das meiste wird zwar bei Einrichtung der Winterroad planiert, es bleibt aber trotzdem noch immer ein Höhenunterschied von bis zu einem Meter.

...Trotz abgeflachter Auffahrt ein Hindernis, das nur im Schritttempo überwunden werden kann, ansonsten kommt es zu schweren Schäden am Fahrzeug. Kurz vor dem Lake Winnipeg helfen wir noch einem Indianer aus dem Strassengraben, in dem er aus ungeklärter Ursache gelandet ist (wahrscheinlich war er zu langsam unterwegs ☺ ) Die Rückfahrt über den Lake Winnipeg absolvieren wir in vorgeschriebenem Tempo und bei einem Bilderbuchsonnenuntergang in unbeschreiblicher Stimmung. Das kann man nicht erklären – man muss es erlebt haben! Noch sind es ca. 300 km nach Winnipeg zu unserem Ausgangspunkt. Ed ist zu müde um durchzufahren und so beschließen wir noch eine Nacht (ich habe ja schon Übung) im Truck zu verbringen.

...An einem Truckstopp genießen wir am nächsten Morgen noch ein klassisches „truckerbreakfest“ mit Steak, Spiegelei, Kartoffeln, Toast und Kaffee – selten hat mir ein Frühstück so gut geschmeckt. Vormittags treffen wir am Ladehof ein. Wir parken unseren Auflieger und Ed stapft mit den Worten: „the job is ok, but the paperwork is a nightmare!“ ins Office. Nun erfahren wir, dass die Ladung an der falschen Stelle steht und die Fuhre wahrscheinlich nicht bezahlt wird. Hartes Geschäft – harte Regeln! Nachmittags treffe ich nach einigen harten Tagen im Outback wieder bei Charly ein und genieße eine heiße Dusche. Es ist einfach wundervoll!

...Am Abend hat Charly noch eine Überraschung für mich. Er hat doch tatsächlich Karten für ein NHL-Eishockey-Spiel organisiert und wir werden uns die Winnipeg Jets gegen die Washington Capitals im Icedome von Winnipeg ansehen. Ein toller Abschluss für meinen Urlaub. Beim Spiel sorgen eine tolle Pre-Game-Show und ca. 35.000 Besucher für eine gigantische Stimmung. Die Jets verlieren diese Partie zwar 1:6, aber wir lassen uns den Abend nicht vermiesen und ziehen noch durch einige Lokale, um zu feiern. Das Ende trifft uns im wahrsten Sinn des Wortes im „Whisky-Dixie“. – Kommentar überflüssig!